Ein Facelift strafft nicht nur die Haut
Entscheidend ist die Behandlung der darunterliegenden Gewebeschichten. Wird allein die Haut gezogen, entsteht das maskenhafte Ergebnis, das viele fürchten – und es hält nicht lange. Welches Verfahren infrage kommt, hängt davon ab, welche Zone betroffen ist und wie ausgeprägt die Erschlaffung ist. Nicht vom Alter.
Die Verfahren, die ich durchführe
Endoskopisches Facelift
Stirn, Schläfen und Mittelgesicht werden über kleine Zugänge hinter der Haarlinie unter Kamerasicht behandelt. Geeignet bei beginnender bis mäßiger Erschlaffung und guter Hautelastizität, wenn kein Hautüberschuss entfernt werden muss. Ausführlich zum endoskopischen Facelift
Deep-Plane-Facelift
Hier wird die tiefe Gewebeschicht als zusammenhängende Einheit gelöst und verlagert, statt Haut und darunterliegendes Gewebe getrennt zu straffen. Das erlaubt eine deutlichere Anhebung von Mittelgesicht, Kieferlinie und Hals – bei geringerer Spannung auf der Haut selbst. Sinnvoll bei fortgeschrittener Erschlaffung, wenn ein natürliches Ergebnis ohne sichtbare Zugspannung erreicht werden soll.
SMAS-Facelift
Das etablierte Verfahren der Gesichtsstraffung: Die SMAS-Schicht wird gestrafft und fixiert, überschüssige Haut wird entfernt. Bewährt bei ausgeprägter Erschlaffung im Untergesicht und am Hals, wenn ein deutlicher Hautüberschuss besteht.
Stirnlift und Halslift als Einzeleingriff
Nicht jeder Befund betrifft das ganze Gesicht. Sind allein die Augenbrauen abgesunken oder zeigt sich die Erschlaffung nur am Hals, behandle ich gezielt diese Zone. Der Eingriff ist kleiner, die Erholung kürzer.
Welches Verfahren wann
| Verfahren | Behandelte Zone | Typische Indikation |
| Endoskopisches Facelift | Stirn, Schläfe, Mittelgesicht | Beginnende bis mäßige Erschlaffung, gute Hautqualität |
| Deep-Plane-Facelift | Mittelgesicht, Kieferlinie, Hals | Fortgeschrittene Erschlaffung, Verlagerung tiefer Schichten |
| SMAS-Facelift | Untergesicht, Kieferlinie, Hals | Ausgeprägte Erschlaffung mit Hautüberschuss |
| Stirn- oder Halslift | Nur die jeweilige Zone | Isolierter Befund ohne Beteiligung anderer Areale |
Wann ein Facelift nicht das Richtige ist
Ein Facelift hebt an. Es füllt kein verlorenes Volumen auf und verbessert die Hautqualität nicht. Diese Grenze ist wichtig:
- Bei reinem Volumenverlust ohne Erschlaffung ist eine Eigenfettbehandlung oder eine Behandlung mit Hyaluronsäure die passendere Antwort.
- Bei feinen mimischen Fältchen ohne abgesunkenes Gewebe helfen minimalinvasive Verfahren.
- Bei deutlich reduzierter Hautqualität durch Rauchen rate ich bis zu einer Rauchpause vom Eingriff ab – das Risiko für Wundheilungsstörungen steigt erheblich.
- Bei unrealistischen Erwartungen an das Ergebnis rate ich ebenfalls ab. Ein Facelift macht nicht zu einem anderen Menschen.
Ablauf und Erholung
Die Eingriffe erfolgen in der Regel in Vollnarkose. Die Dauer liegt je nach Verfahren und Umfang üblicherweise zwischen zwei und fünf Stunden. Je nach Befund und Allgemeinzustand ist der Eingriff ambulant möglich; bei größerem Umfang empfehle ich eine Übernachtung zur Überwachung.
Die folgenden Angaben sind Erfahrungswerte und individuell unterschiedlich:
- Gesellschaftsfähig: je nach Verfahren nach etwa zwei bis drei Wochen
- Rückkehr in den Beruf: je nach Tätigkeit meist nach zwei bis drei Wochen
- Sport und körperliche Belastung: frühestens nach sechs Wochen
- Endergebnis: beurteilbar nach etwa sechs bis zwölf Monaten
Risiken
Wie jeder operative Eingriff ist auch eine Gesichtsstraffung mit Risiken verbunden. Schwerwiegende Komplikationen sind bei sorgfältiger Vorbereitung, sauberer Operationstechnik und konsequenter Nachsorge selten.
Über mögliche Risiken, den zu erwartenden Heilungsverlauf und Ihre individuellen Voraussetzungen kläre ich Sie im persönlichen Gespräch ausführlich und rechtzeitig vor dem Eingriff auf – so, dass Sie Ihre Entscheidung in Ruhe treffen können.
Kosten
Die Kosten richten sich nach dem gewählten Verfahren, dem Umfang, der Operationsdauer, der Narkoseform und einer eventuellen Kombination mit weiteren Eingriffen. Sie erhalten nach der persönlichen Untersuchung einen schriftlichen Kostenvoranschlag. Ästhetische Eingriffe ohne medizinische Indikation werden von den Krankenkassen in der Regel nicht übernommen.
Beratung
Am Anfang steht ein ausführliches Gespräch. Dabei geht es nicht nur um Ihre Wünsche, sondern auch um Hautqualität, Vorerkrankungen, Medikamenteneinnahme, Rauchverhalten und realistische Erwartungen. Erst nach der Untersuchung entsteht ein individueller Behandlungsplan – der auch lauten kann, dass ein anderes Verfahren besser passt oder ein Eingriff derzeit nicht sinnvoll ist.
„Ein gutes Facelift darf die Mimik nicht nehmen. Das Gesicht soll beweglich bleiben. Es soll nicht straff gezogen aussehen, sondern so, als hätte der Mensch zu sich selbst zurückgefunden.“