Das endoskopische Facelift ist eine gewebeschonende Weiterentwicklung klassischer Lifting-Verfahren. Es eignet sich vor allem für die Straffung von Stirn, Schläfen und Mittelgesicht bei beginnender bis mäßiger Erschlaffung. Behandelt werden häufig Patientinnen und Patienten zwischen etwa 35 und 70 Jahren – entscheidend ist jedoch nicht das Alter, sondern der Befund.
Was beim endoskopischen Facelift geschieht
Anders als bei einer reinen Hautstraffung wird nicht an der Oberfläche gearbeitet. Über mehrere kleine Zugänge, die im behaarten Bereich hinter der Haarlinie liegen, wird eine Endoskopkamera eingeführt. Sie überträgt ein vergrößertes Bild der tieferen Gewebeschichten auf einen Monitor.
Unter dieser Sicht werden abgesunkene Weichteile gelöst, angehoben und in ihrer neuen Position fixiert. Die vergrößerte Darstellung erlaubt es, Gefäße, Nervenäste und Muskelanteile gezielt zu schonen – Strukturen, die bei offener Technik nur eingeschränkt einsehbar sind.
„Der entscheidende Vorteil liegt für mich in der Präzision. Wir arbeiten nicht blind und nicht nur an der Oberfläche. Wir können tieferliegende Strukturen gezielt behandeln und dadurch ein harmonisches, natürliches Ergebnis erreichen.“
Dr. Rees Karimo
Wann ich dieses Verfahren empfehle – und wann nicht
Geeignet ist die endoskopische Technik in der Regel bei:
abgesunkenen Augenbrauen und schwerem Oberlidbereich
Falten zwischen den Augenbrauen und quer über der Stirn
abgesunkenem Mittelgesicht mit flacher werdender Wange
beginnender Vertiefung der Nasolabialfalte
guter Hautelastizität ohne ausgeprägten Hautüberschuss
Nicht geeignet ist sie, wenn:
ein deutlicher Hautüberschuss besteht, der entfernt werden muss
die Erschlaffung vor allem Kieferlinie und Hals betrifft
die Hautqualität durch starke Sonnenschädigung oder Rauchen deutlich reduziert ist
In diesen Fällen führt ein Deep-Plane- oder SMAS-Facelift zu einem stabileren Ergebnis. Welches Verfahren infrage kommt, entscheidet sich erst nach persönlicher Untersuchung – nicht anhand des Alters und nicht anhand von Fotos.
Abgrenzung zu anderen Lifting-Verfahren
Verfahren
Behandelte Zone
Typische Indikation
Endoskopisches Facelift
Stirn, Schläfe, Mittelgesicht
Beginnende bis mäßige Erschlaffung, gute Hautqualität
Der Eingriff erfolgt in der Regel in Vollnarkose, in ausgewählten Fällen in Dämmerschlaf mit örtlicher Betäubung. Die Dauer liegt je nach Umfang und Kombination mit anderen Eingriffen üblicherweise bei etwa zwei bis drei Stunden.
Je nach Befund und Allgemeinzustand ist der Eingriff ambulant möglich; häufig empfehle ich eine Übernachtung zur Überwachung. Das bespreche ich individuell vorab.
Nach dem Eingriff
Schwellungen und Blutergüsse gehören zum normalen Heilungsverlauf. Sie sind in den ersten Tagen am stärksten ausgeprägt und klingen anschließend deutlich ab. Die folgenden Angaben sind Erfahrungswerte und individuell unterschiedlich:
Gesellschaftsfähig: in der Regel nach etwa zehn bis vierzehn Tagen
Rückkehr in den Beruf: je nach Tätigkeit meist nach ein bis zwei Wochen
Sport und körperliche Belastung: frühestens nach vier bis sechs Wochen
Endergebnis: beurteilbar nach etwa drei bis sechs Monaten
Ein vorübergehendes Spannungsgefühl und eine verminderte Empfindlichkeit der Kopfhaut im Zugangsbereich sind üblich und bilden sich in den meisten Fällen zurück.
Risiken und mögliche Komplikationen
Wie jeder operative Eingriff ist auch ein endoskopisches Facelift mit Risiken verbunden. Schwerwiegende Komplikationen sind bei sorgfältiger Vorbereitung, sauberer Operationstechnik und konsequenter Nachsorge selten.
Über mögliche Risiken, den zu erwartenden Heilungsverlauf und Ihre individuellen Voraussetzungen kläre ich Sie im persönlichen Gespräch ausführlich und rechtzeitig vor dem Eingriff auf – so, dass Sie Ihre Entscheidung in Ruhe treffen können.
Kombination mit anderen Eingriffen
Häufig ist eine Kombination sinnvoll, etwa mit einer Oberlid- oder Unterlidstraffung, wenn der Lidbereich mitbetroffen ist, oder mit einer Eigenfettbehandlung, wenn zusätzlich Volumen verloren gegangen ist. Ob eine Kombination in einer Sitzung möglich ist, hängt vom Befund und vom Gesamtumfang ab.
Kosten
Die Kosten richten sich nach Umfang des Eingriffs, Operationsdauer, Narkoseform und einer eventuellen Kombination mit weiteren Maßnahmen. Sie erhalten nach der persönlichen Untersuchung einen schriftlichen Kostenvoranschlag. Ästhetische Eingriffe ohne medizinische Indikation werden von den Krankenkassen in der Regel nicht übernommen.
Beratung
Am Anfang steht ein ausführliches Gespräch. Dabei geht es nicht nur um Ihre Wünsche, sondern auch um Hautqualität, Vorerkrankungen, Medikamenteneinnahme, Rauchverhalten und realistische Erwartungen. Erst danach entsteht ein individueller Behandlungsplan – der auch lauten kann, dass ein anderes Verfahren besser passt oder ein Eingriff derzeit nicht sinnvoll ist.
„Ein gutes Facelift darf die Mimik nicht nehmen. Das Gesicht soll beweglich bleiben. Es soll nicht straff gezogen aussehen, sondern so, als hätte der Mensch zu sich selbst zurückgefunden.“